Überhitzung in Gebäuden verhindern?

Überhitzung in Gebäuden verhindern?

Überhitzung ist längst kein Problem der Zukunft mehr, sondern eine akute Herausforderung der Gegenwart wie zahlreiche internationale Studien belegen. Die Zahlen sprechen für sich: Bis 2063 werden in Deutschland voraussichtlich zwischen 60 und 80 % der Wohnungen vom Risiko struktureller Überhitzung betroffen sein.

Die Lösung beginnt bei einer intelligenten Gebäudeplanung. Das bedeutet, dass Sie als Architekt die Möglichkeit haben, den sommerlichen Komfort bereits in der Entwurfsphase gezielt und strukturell zu berücksichtigen genauso konsequent wie eine gute Energiebilanz im Winter.

Wie gelingt das? Ganz einfach: mit der Kühlungsleiter als Leitfaden.

Die Wärmebelastung steigt nicht linear an, sondern nimmt mit zunehmender Erwärmung schneller zu. Eine klimaresistente Gebäudeplanung ist daher wichtiger denn je.

– Prof. Nicole van Lipzig, KU Löwen

Die Kühlungsleiter: Schritt für Schritt zu angenehmem Wohnkomfort

Die Kühlungsleiter ist ein Konzept, das Schritt für Schritt intelligente, energieeffiziente Maßnahmen zur Vermeidung von Überhitzung aufzeigt: Von der Vermeidung von Erwärmung durch passive Kühlung bis hin zur aktiven Kühlung als letzte Option. In dieser Reihenfolge stellen wir dir die vier Stufen der Leiter kurz vor.

Koele omgeving
Warmte Weren
Passief koelen
Actief koelen
Basierend auf der 'Ladder van Koeling' von OSKA (Overleg Standaarden Klimaatadaptatie - Niederlande)

1. Eine kühle Umgebung

Betrachten Sie mehr als nur das Gebäude selbst. Denn „Grün“ und „Blau“ tragen dazu bei, die unmittelbare Umgebung von Wohngebäuden kühl zu halten, und schaffen so die Grundlage für angenehme Innentemperaturen.

Sowohl Pflanzen als auch Wasserflächen sorgen für Verdunstung. Dieser Verdunstungsprozess entzieht der Umgebung Wärme und hat einen kühlenden Effekt.

– Niels Souverijns, Klimatologe bei VITO2.

2. Wärmeeinträge reduzieren

Als Architekt kannst Du den größten Unterschied auf der nächsten Stufe der Leiter bewirken: Durch eine intelligente Gebäudeplanung. Das beginnt bei einer durchdachten Ausrichtung und einer sorgfältig ausgewählten Verglasung und reicht bis hin zur Reduzierung der Wärmebelastung der Glasflächen durch einen effizienten außenliegenden Sonnenschutz.

Außenbeschattungen wie Screens sind ein wirksames Mittel für ein Zuhause mit nachhaltigem Komfort auch im Sommer. Indem sie die Sonnenstrahlen abhalten, noch bevor diese das Glas erreichen, verhindern Screens, dass es im Innenraum heiß wird. Mit Lösungen für vertikale Verglasungen, Glas-auf-Glas-Eckfenster, Lichtbänder, Velux-Dachfenster usw. schützt Renson Ihr Gebäude optimal. Ein schöner Nebeneffekt: Der Fixscreen Minimal passt auch perfekt zu minimalistischen Fenstern. In derselben Farbe wie die Fensterrahmen lackiert und/oder in die Fassade integriert, haben Screens zudem kaum noch Einfluss auf das Erscheinungsbild der Fassade.

Durch eine intelligente Gebäudeplanung lässt sich der Kühlbedarf um bis zu 80 Prozent senken.

– Dr. Ing. Joost Declercq, archipelago architects

Auch MarkisenSchiebeläden oder ein Vordach halten die Sonne effektiv vom Glas fern. Diese kommen wiederum für diejenigen in Frage, die Sonnenschutz gerne als architektonischen Mehrwert einsetzen.

Indem Du Sonnenschutz bereits beim ersten Entwurf einbeziehst, stellst Du auf jeden Fall Folgendes sicher:

  • eine nahtlose Integration in die Fassade einerseits oder eben einen architektonischen Akzent
  • eine optimale Wirkung auf das Raumklima
  • einen zufriedenen Bauherren, im Winter wie im Sommer

Meiner Meinung nach ist der Sonnenschutz eine der am meisten unterschätzten Investitionen im heutigen Wohnungsbau, da er einen großen positiven Einfluss auf den Kühlbedarf und den Komfort hat.

- Dr. Ir. Glenn Reynders, KU Löwen

3. Passive Kühlung

Ist die Wärme dennoch im Haus? Dann kannst Du zunächst mit passiven Techniken dagegen vorgehen, die kühlere Außenluft nutzen. Denk dabei an den Sommerbetrieb der Lüftungsanlage oder an die Nachtkühlung, bei der frische Luft nachts durch natürliche Belüftung durch das Haus zirkuliert und so die thermische Masse für den nächsten Tag abkühlt.

Passive Kühltechniken können einen angenehmen Unterschied bewirken, sind aber kein Wundermittel. Genau deshalb sind Sonnenschutz und passive Kühlung zwei Dinge, die sich ergänzen.

Indem man nachts Fenster und Türen öffnet, entsteht ein Kamineffekt, der das Gebäude abkühlt.

– Dr. Ir. Joost Declercq, archipelago architects

4. Aktive Kühlung

Bei extremer Hitze oder anhaltenden Hitzewellen – insbesondere wenn es nachts kaum abkühlt – ist eine aktive Kühlung manchmal dennoch ratsam. Eine Klimaanlage oder eine Wärmepumpe können daher nützlich sein, allerdings nur als letztes Mittel, um Spitzenlasten auszugleichen.

Wenn man sofortige Lösungen benötigt, um die Temperatur in Innenräumen unter Kontrolle zu halten, ist das ein Zeichen dafür, dass mit der Gebäudeplanung ohnehin etwas nicht stimmt.

– Dr. Ir. Joost Declercq, archipelago architects

Was bedeutet das für Dich als Architekt?

Die zunehmende Überhitzung macht eine intelligente Gebäudeplanung wichtiger denn je. Die für 2028 erwartete EPB/EPC-Reform wird dem Komfort im Sommer dabei eine viel größere Rolle einräumen, sodass diejenigen, die sich bereits heute auf nachhaltige Kühlstrategien konzentrieren, bald einen Vorsprung haben werden.

Die Zahlen sprechen für sich: Bis 2063 werden in Deutschland voraussichtlich zwischen 60 und 80 % der Wohnungen vom Risiko struktureller Überhitzung betroffen sein.

Die Planung lebenswerter, klimaresistenter Gebäude wird daher zur zentralen Herausforderung der kommenden Jahrzehnte. Renson setzt sich bereits seit 117 Jahren dafür ein, dieses Ziel zu verwirklichen – mit Gesamtlösungen, die Wohnräume auf nachhaltige, energieeffiziente und ästhetische Weise gesund und komfortabel halten.

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