Nie wieder zu warm im Haus?
In vier Schritten zu einem hitzebeständigen Zuhause dank der „Kühlungsleiter“
Aktuelle Studien sind einhellig: Bei einer weiteren Erwärmung des Klimas wird in immer mehr bestehenden Wohngebäuden Überhitzung auftreten. Neben steigenden Kosten für die Kühlung hat dies auch erhebliche Auswirkungen auf den Komfort und die Gesundheit der Bewohner. Wer baut oder renoviert, sollte daher schon frühzeitig Maßnahmen gegen Überhitzung ergreifen. Mithilfe der „Kühlungsleiter“ können Sie Ihr Zuhause in vier Schritten nachhaltig und zukunftssicher anpassen.
Befolgen Sie als Bauherr (ev. bei einer Renovierung) die Schritte auf der vom niederländischen OSKA (Overleg Standaarden Klimaatadaptatie*) eingeführten Leiter in der richtigen Reihenfolge? Dann ist Ihr neues oder renoviertes Zuhause gut gerüstet gegen Überhitzung, und gelingt die Kühlung im Sommer genauso nachhaltig und energieeffizient wie das Heizen im Winter. Eine aktive Kühlung (Klimaanlage) gilt dabei bewusst als letztes Mittel. Denn Wärme, die nicht ins Haus gelangt, muss auch nicht abgekühlt werden.

1. Sorgen Sie für eine kühle Umgebung mit Wasser und Pflanzen
Für ein kühles Zuhause an heißen Tagen müssen Sie bei der unmittelbaren Umgebung ansetzen. Denn dort tragen Grün (Bäume und Pflanzen) und Blau (Wasser) indirekt zu einem angenehmen Raumklima bei. Ein strategisch platzierter Baum spendet den nötigen Schatten. Sowohl die Bepflanzung als auch die Wasserflächen entziehen der Umgebung durch Verdunstung Wärme, was für einen zusätzlichen Kühleffekt sorgt.
2. Halten Sie die Hitze draußen
Wenn man weiß, dass die Wärme am leichtesten durch die Fenster eindringt, sollte man zunächst verhindern, dass die Sonnenstrahlen auf das Glas treffen und die Innentemperatur ansteigen lassen. Wie? Mit einem Baum an der richtigen Stelle, Auskragungen oder mit Außensonnenschutz wie Screens, Markisen über oder Schiebeläden vor dem Fenster. So wird es drinnen nicht so schnell warm. Welchen Vorteil liefern Screens? Im Sommer halten sie (heruntergelassen) die Hitze draußen, zieht man sie im Winter und in der Übergangszeit jedoch hoch, nutzt man die kostenlose Sonnenwärme jeweils optimal aus.
3. Passive Kühlung!
Ist die Wärme schon drinnen? Dann besteht die Kunst vor allem darin, diese mit passiven Techniken zu bekämpfen, wie zum Beispiel Nachtkühlung in Form von einbruchsicheren und insektenhemmenden Gittern, die in die Fenster integriert sind. Dann kühlt die kühlere Außenluft das Haus nachts auf natürliche Weise ab, sodass die Temperatur der thermischen Masse des Gebäudes bis zum nächsten Morgen um einige Grad auf dem Thermometer sinkt.
Auch mit einer geothermischen Wärmepumpe können Sie Ihr Zuhause kühlen. Das Gerät nutzt dann die Kühle aus dem Erdreich, um Ihre Wohnräume über die Fußbodenheizung zu kühlen. Beachten Sie jedoch, dass die Kühlleistung einer solchen Wärmepumpe begrenzt ist. Wenn die Wärme nicht ausreichend draußen gehalten wird, sind damit keine Wunder zu erwarten.
4. Aktive Kühlung als letztes Mittel
Bei extremer Hitze oder anhaltenden Hitzeperioden – vor allem, wenn es nachts kaum abkühlt – ist eine aktive Kühlung manchmal doch empfehlenswert. Eine Klimaanlage oder eine Wärmepumpe können somit nützlich sein, allerdings nur als letztes Mittel, um hohe Temperaturen zu vermeiden. Wer die oben genannten Schritte der „Kühlungsleiter“ befolgt, wird nie mit einer horrend hohen Energierechnung konfrontiert. Zudem trägt die aktive Kühlung – sofern sie nicht mit erneuerbarer Energie betrieben wird – aufgrund der zusätzlichen CO2-Emissionen zur weiteren globalen Erwärmung bei.
Noch mehr Tipps von Experten, um einer Überhitzung vorzubeugen? Lesen Sie hier den vollständigen Expertenbericht.